Legislative
Das Parlament (Parlamento Nacional) besteht aus nur einer Kammer. Seine Mitglieder werden alle fünf Jahre in freien Wahlen bestimmt. Laut Verfassung kann die Anzahl der Sitze zwischen 52 und 65 variieren. Während der ersten Wahlperiode wurden ausnahmsweise die 88 Sitze der Verfassungsgebenden Versammlung beibehalten. Die FRETILIN errang bei der Wahl am 30. August 2001 mit 55 Sitzen zwar eine überragende Mehrheit, war aber intern in verschiedene Gruppen zersplittert.
Am 30. Juni 2007 fanden die ersten Parlamentsneuwahlen seit der Unabhängigkeit statt. Die Auszählung ergab hohe Verluste für die FRETILIN, die nun nur noch 21 der 65 Sitze inne hat, weiterhin aber stärkste Kraft im Parlament bleibt. Die FRETILIN kündigte zunächst an entweder eine Minderheitsregierung oder eine Regierung der nationalen Einheit zusammen mit den anderen Parteien bilden zu wollen, doch dagegen stellte sich mit 37 Sitzen die nach der Wahl geschlossene Aliança da Maioria Parlamentar AMP (Allianz der Parlamentarischen Mehrheit) aus Congresso Nacional da Reconstrução Timorense CNRT, Partido Democrático PD und der Coligação ASDT/PSD.
Staatspräsident Ramos-Horta zog die Idee einer Einheitsregierung vor musste aber am 24. Juli das endgültige Scheitern der Koalitionsgespräche bekannt geben, da die Parteien keine Einigung erzielen konnten. Schließlich wurde der Chef des CNRT und ehemalige Staatspräsident Xanana Gusmão mit der Regierungsbildung beauftragt und zum neuen Premierminister gewählt. Neuer Parlamentspräsident ist Fernando de Araújo von der PD.
Die FRETILIN hat von ihrem anfänglichen Vorhaben gegen die Regierungsbildung vor dem höchsten Gericht Osttimors zu klagen abgesehen, nennt die Allianzregierung aber weiterhin illegitim und verfassungswidrig.
Sechs Parteien, die an der Drei-Prozent-Hürde gescheitert waren, organisierten sich nach der Wahl in der Liga Democrática Progressiva LDP (Progressiven Demokratischen Liga). Ihr Sprecher ist Ermenegildo Lopes von der Partido Milénio Democrático PMD. Die Liga hat die Regierung der Allianz als legal und verfassungsgemäß anerkannt.
(Quelle: Wikipedia.de)